Unterschiede und Parallelen bezüglich Bewertungen, bezüglich Lieferanten, Software, Cloud Dienstleistern
Ein Paar Gedanken die helfen sollen Verwechslungen zu Vermeiden
Unterschiede und Parallelen zwischen:
- Bewertung von Lieferanten
- Bewertung von Software
- Bewertung von Cloud‑Dienstleistern
1. Bewertung von Lieferanten
(klassische Dienstleister, Produzenten, Logistikpartner)
Was wird bewertet?
- Prozesse & Qualität
- Informationssicherheit
- Wirtschaftlichkeit & Stabilität
- Physischer Einfluss & Lieferkette
- Nachhaltigkeit & Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) Konformität
Typische Risiken
- Lieferengpässe
- Qualitätsmängel
- Produktionsstopp
- Physische Sicherheitsrisiken
- Sub‑Lieferantenrisiken
Besonderheiten
- Fokus auf physische Prozesse (Logistik, Materialqualität, Lieferzeit)
- Nachhaltigkeit & LkSG sind Pflicht
- Verträge sind oft träge (Rahmenverträge, Incoterms („International Commercial Terms: Lieferbedingungen, bezüglich Transport, Zahlung, Risiko, Zoll…)
- Zeithorizont: langfristig (mehrere Jahre)
2. Bewertung von Software
(On‑Premise, lokal installiert, lizenziert)
Was wird bewertet?
- Funktionsumfang
- Usability
- Systemkompatibilität
- Sicherheitsarchitektur
- Vulnerability‑Management
Typische Risiken
- Bugs & Fehlfunktionen
- Integrationsprobleme
- Fehlende Akzeptanz bei Nutzern
- Sicherheitslücken (CVEs, Common Vulnerabilities)
- Supportende (End of Life)
Besonderheiten
- Fokus auf Produktqualität & Architektur
- Fit‑Gap‑Analyse ist zentral
- Zeithorizont: mittelfristig (bis zur nächsten Migration)
- Verträge: Nutzungsvertrag (EULA: End User Licence Agreement), Lizenzmodelle, Wartungsverträge
3. Bewertung von Cloud‑Dienstleistern
(SaaS, PaaS, IaaS – z. B. AWS, Azure, CRM‑Systeme etc.
Was wird bewertet?
- Verfügbarkeit & SLA
- Datensicherheit
- Datenlokation & Rechtsraum
- Skalierbarkeit
- Shared Responsibility Model
Typische Risiken
- Datenverlust
- Serverausfälle
- Fehlkonfigurationen
- Vendor Lock‑in
- DSGVO‑Risiken
Besonderheiten
- Fokus auf Betrieb & Infrastruktur, nicht auf das Produkt
- Zertifizierungen wie ISO 27001, C5, SOC 2
- Zeithorizont: kontinuierlich, dynamische Nutzung
- Verträge: SLA, AVV, Cloud‑Terms
Parallelen zwischen den drei Bewertungsarten
1. Wirtschaftlichkeit (Total Costo f Ownership)
Alle drei erfordern die Bewertung von:
- Anschaffungskosten
- Betriebskosten
- Folgekosten
- Exit‑Kosten / Migrationskosten
2. Risikoanalyse
Gemeinsame Pflichtkriterien:
- Finanzielle Stabilität
- Rechtliche Risiken (z. B. DSGVO)
- Compliance‑Anforderungen
- Sicherheitsrisiken
3. Nutzen
Alle drei müssen die Frage beantworten: Unterstützt diese Lösung / dieser Partner die strategischen Unternehmensziele?
Beispiele:
- Effizienzsteigerung
- Automatisierung
- Skalierbarkeit
- Qualitätsverbesserung
4. Methoden
- Nutzwertanalysen, SWOT Analysen
- Kriterienkataloge
- Risikomatrizen
- Scoring‑Modelle
Die spezifischen Schwerpunkte
1. Lieferantenbewertung
- Fokus auf physische KPIs: Lieferzeit, Mengentreue, Reklamationen
- Nachhaltigkeit & LkSG sind zentrale Kriterien
- Physischer Zutritt & Sub‑Lieferanten sind Risikotreiber
2. Softwarebewertung
- Fokus auf Produkt & Architektur, SW Sicherheit
- Fit‑Gap‑Analyse
- Zukunftssicherheit: APIs, Integrationsfähigkeit, Roadmap, Patch / Update Horizont, EOL
3. Cloud‑Dienstleisterbewertung
- Fokus auf Betrieb & Sicherheit
- Zertifizierungen & Datenlokation sind kritisch
- Skalierbarkeit & Verfügbarkeit stehen im Mittelpunkt
Ergo
Die Bewertung von Lieferanten, Software und Cloud‑Diensten folgt denselben Grundprinzipien, aber die Risikotreiber und Bewertungsschwerpunkte unterscheiden sich:
- Lieferanten → physische Prozesse & Logistikrisiken
- Software → Produktqualität & technische Architektur
- Cloud‑Dienste → Betrieb, Sicherheit & Compliance
Viel Erfolg
